Harmonic Brass

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Das Ensemble gründete sich 1991. Im Jahr 1997 entschieden sich die Ensemble-Mitglieder ihre Festengagements in den renommierten Großorchestern aufzugeben. Sie erfüllten sich einen Jugendtraum und machten ihren Lebensinhalt zum Lebensunterhalt. Heute sind Harmonic Brass das einzige Blechbläserquintett in Europa, dessen Mitglieder sich ausschließlich vom freiberuflichen Konzertbetrieb ernähren können.

Zur heutigen Formation von Harmonic Brass gehören:
Hans Zellner - Trompete
Jürgen Gröblehner - Trompete
Andreas Binder - Horn
Thomas Lux - Posaune
Manfred Häberlein - Tuba

Hans Zellner wurde 1968 in Straubing geboren und ist seit 1997 Mitglied von Harmonic Brass. Nach dem Weggang von Gerd Fischer war Hans Zellner der Wunschkandidat für die Stelle des ersten Trompeters. Wer dem gestandenen Niederbayern mit der bedächtigen Stimme zum ersten Mal begegnet, möchte kaum glauben, dass er den Rennfahrer unter den Renaissancetrompetern vor sich hat. Der langjährige Trompeter des BR-Orchesters vereint temperamentvolles Höhenspiel mit einem lupenreinen Ton voller Ausdruckskraft, der noch im extremen Diskant von einer Entspanntheit des Ansatzes vorwärtsgetragen wird, die selbst bei ausgesprochenen Bach-Spezialisten selten zu hören ist.
Hans Zellner absolvierte, bevor er schließlich die Trompete für sich entdeckte, ein musikalisches "studium generale" mit Violine, Klavier und Orgel. Trompete studierte er dann bei Prof. Paul Lachenmeier in München. Mit seiner Frau, einer Pianistin, und den beiden kleinen Kindern lebt er in Hermau bei Regenburg. Neben ungefähr 160 Konzerten im Jahr arrangiert der Tausendsassa Hans Zellner in der Zwischenzeit alles was ihm unter seine geschickten Finger kommt.

Jürgen Gröblehner wurde 1963 in Dresden geboren und ist eines der Gründungmitglieder von Harmonic Brass. Ein eigenes Ensemble wie dieses Quintett war die Erfüllung eines langgehegten Wunschtraumes für Jürgen Gröblehner. Ein Traum, der dem jungen Trompeter trotz attraktiver Konzertangebote vom totalitäre DDR-Regime versagt wurde. Reisen zu Konzertauftritten in den Westen wurden ihm verwehrt. Heute sorgt er voller Hingabe für sein musikalisches Wunschkind, dass es immer weiter wächst und gedeiht, sich stilistisch ständig fortentwickelt und ein gerngesehener Gast im In- und Ausland bleibt.
Jürgen Gröblehner übernahm 1993 die Aufgabe des Conferenciers in den Konzerten sowie die organisatorische Leitung des Ensembles, das nicht zuletzt dank seiner Kreativität, seinem Mut zum Risiko und seinem Blick für das Wesentliche eine steile internationale Karriere gemacht hat.
Seinen ersten, wohl wichtigsten Mäzen hatte er übrigens in seinem Großvater, der dem erst siebenjährigen Jürgen den Wunsch erfüllten und ihm kurz entschlossen seine erste versilberte Trompete kaufte. Von 1983 bis 1988 durchlief Jürgen Gröblehner die angesehene sächsische Trompetenschule in Dresden und studierte bei Ludwig Güttler und Günther Wilpert. Er wurde so zu einem gefragten Renaissancetrompeter, dessen klarines Spiel und Verziehrungskünste vor allem die barocken Stücke zu einer klanglichen Verführung machen.

Andreas Binder wurde 1969 in Rosenheim geboren und ist seit 1992 Mitglied von Harmonic Brass. Der waschechte Oberbayer ist so etwas wie die Seele des Quintetts, denn er sorgt als Hornist nicht nur im Konzert für eine ausgeglichene Stimmung zwischen hohen und tiefen Bläsern, sondern auch während der langen Probephasen und Tourneen. Den größten Nachteil am Hornspiel sieht Andreas Binder in der Tatsachen, dass man nicht gleichzeitig lachen und spielen kann, was er aber in der spielfreien Zeit gnadenlos zu kompensieren versucht. Er ist gewissermaßen der seelische "Medizinmann" von HARMONIC BRASS. In Spannungsreichen Situationen findet er immer die richtigen Worte, um diese in Wohlgefallen aufzulösen.
Wäre Andreas Binder auf dem Gymnasium nicht so ein miserabler Geigenspieler gewesen, wäre auch HARMONIC BRASS nicht in den Genuss von Andreas Binders schmiegsamen Hornklang gekommen. Erst das Angebot eines Lehrers, die Geige gegen ein Horn einzutauschen sorgte für einen musikalischen Motivationsschub, der bis heute nicht abgebremst werden konnte.
Mit 19 Jahren begann Andreas Binder in der Münchener Jazz Band "Mind Games" und fuhr von da an zweigleisig - in der Nacht der Jazz und tagsüber die klassische Ausbildung. Auch wenn es für den Wanderer zwischen den Musikwelten zeitlich nicht immer ganz leicht ist, seine beiden Talente unter einen Hut zu bringen - für den grenzüberschreitenden Stil ist Andreas Binders Doppelbegabung ein Glücksfall!

Thomas Lux, der 2004 als Youngster zu Harmonic Brass kam, kann man getrost als Glücksgriff für dieses Ensemble bezeichnen. Als er dem hartnäckigen Werben von Jürgen Gröblehner für diesen Posten endlich nachgab, stand ihm bereits eine glänzende Posaunistenkarriere in Aussicht. Schon das Vaterland verzichtete aufgrund seiner posaunistischen Begabung auf seine militärischen Dienste. Bei den großen Orchestern Deutschlands war er als ständige Aushilfe bereits bekannt, jetzt stand eigentlich der endgültige Sprung ins Orchester an - wäre da nicht das faszinierende Harmonic Brass-Leben dazwischengekommen, das er auf einer Aushilfstour für seinen Vorgänger erschnupperte. Unterwegs zu sein mit vier musikalisch-verrückten Kollegen und sich Abend für Abend die Seele aus dem Leib blasen zu können – das war nach seinem Geschmack, zudem er seine Kindheit im „Original-Knusperhaus“ verbrachte, mit dem seine Mutter jetzt noch von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zieht, um alle nur erdenklichen Süßigkeiten anzubieten. Fahrender und gleichzeitig blasender Geselle sein zu können – Thomas nahm die Stelle freudig an und wurde binnen kürzester Zeit unverzichtbarer Bestandteil dieses exquisiten Bläserzirkels. Neben der weltweiten Konzerttätigkeit liegt ihm die Optimierung von Posaunen in Zusammenarbeit mit Instrumentenmachern am Herzen, und vielleicht gibt es ja bald das Modell „Thomas Lux“ – dem Rheinhessen, der lange Jahre Judo und Krafttraining betrieb, ist alles zuzutrauen. Wenn wirklich einmal freie Zeit bleibt, steigt er mit seiner südkoreanischen Frau in eine Maschine der Korean Air, um in sein inzwischen liebgewonnenes Seoul, die Heimat seiner Frau, zu fliegen. Und auch dort denkt er an seine Kollegen und bringt ihnen Kim-Chi mit, wohlschmeckender, mit viel Knoblauch eingelegter Chinakohl... Eine Bereicherung für alle Sinne!

Manfred Häberlein wurde 1967 in Neuhof bei Nürnberg geboren und gehört wie Jürgen Gröblehner zu den Gründungsmitgliedern von Harmonic Brass. Eigentlich wollte er Fußballspieler werden, doch stattdessen landetet er mit dem Tenorhorn im Posaunenchor, in dem Papa Häberlein die Tuba spielte. Als der Vater eines Tages seine aktive Laufbahn als Tubist beendete, wurde Manfred sein mehr als würdiger Nachfolger. Binnen zwei Wochen (!) beherrschte er sein neues Instrument so gut, dass er bereits beim Festgottesdienst an Ostern mitspielen durfte. Von da an gab es für ihn kein Halten mehr. Nicht einmal ein Meniskusschaden kurz vor der Aufnahmeprüfung am Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg konnte seine stürmisch entbrannte Liebe zur "Dickmadam" unter den Blechblasinstrumenten gefährden: er humpelte einfach auf Krücken in den Saal - und sein Bruder trug ihm die Tuba nach! 
Seit seinem Wechsel ans Münchener Richard-Strauss-Konservatorium, wo er bei Tom Walsch von den Münchner Philharmonikern studierte, ist er der Fels in der oftmals recht stürmischen Brandung um Harmonic Brass. So umsichtig und besonnen wie er als Tourmanager die Reisen plant, so ausgelassen bringt er seine Tuba zum Tanzen. "Schwerelosigkeit ist keine Frage des Gewichtes", pflegt der Familienvater gelassen zu sagen. Als harmonisch-rhythmisches Rückgrat des Ensembles legt Manfred Häberlein mit seiner ungemein warmen Intonation je nach Bedarf mal wuchtig wummernde Jazzsynkopen hin, dann wieder ruhig und wie gehaucht dahinfliessende Basslinien und gibt so dem Quintett Halt und Orientierungspunkte. Wenn ihn jedoch ab und zu das Zwerchfell juckt, dann muss er sich mit ein paar leichtzüngigen Tuba-Soli austoben.

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